Der wunderbare Knubbel

Manni kallt platt. „Knubbele“ sind „Klumpen“, wer sein „Jehöösch“ vernachlässigt, der hat nachher „Hööf Dreck“ um Haus und Hof und kriegt nichts mehr „gebacken“, wenn das Schicksal „knüppeldick“ zuschlägt und das Unglück „Knubbel op Hoof“ zu ihm gelangt…

„Ene Knubbel Dreck am Schohn hann“ ist nicht schlimm im Vergleich zu einer Schwellung am Körper, beispielsweise nem „Kubbel an de Fäersch“ oder ene „Büül am Kopp“. Der „Knubbel op de Strooß“ wird auch „Hubbel“ genannt, auch eine Menschentraube öss „enne Knubbel“, weil „de Löck do all op nem Knubbel stohn“.

„Haufenweise“ ist folgerichtig „knubbelswies“. „Ne Knubbel im Hals“ hat, wer im direkten und übertragenen Sinne nicht geradeheraus sprechen kann – siehe auch süddeutsch „Kloß im Hals“ oder norddeutsch „Frosch im Hals“.

Aber auch sonst ist „Knubbel“ ein Allrounder unter den rheinischen Vokabeln: Siedendes Wasser „kauch zo Knubbele“, Bröckchen sowohl im Griesmehl als auch im Tapetenkleister werden ebenfalls „Knubbele“ oder „Knübbelche“ genannt. „Knübbelche“ heißt wohlwollend eine kleinere dickliche Weibsperson. „Knubbelefutz“ oder „Futzknubbel“ hingegen ein klein gewachsener Mann, ne „Stoppe“ oder „Futzstoppe“.

Wer nach der Lektüre von „Manni kallt Platt“ dörjenee(n) verzällt, also eine Mischung aus Platt und Hochdeutsch benutzt , der spricht „Huhdütsch mött Knubbele“, was im ganzen Rheinland beherrscht wird, nicht nur in der Eifel, auch im „Knubbel“ (Abteilung, harter Kern) der „Ruude Funke“: „Ephigenie, küss de uss der Soot?“ ist die Aufforderung an die Tochter, das Spielen in der Straßenrinne einzustellen.

„Ralleff, raus aus dem Prummbaum“ ist die Aufforderung an den „sonntags“ gekleideten Sohnemann, das Geäst eines Pflaumenbaums zu verlassen. Verbrieft ist die Zeugenaussage zu einer Schlägerei vor dem Königlich Preußischen Amtsgericht in Gemünd: „Ich saß da und las Schlaat. Da kamen zwei durch die Suude jeschliffen. Als ich eraus kam, waren se schon zu Zoch…“

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