Krockwösch

Manni kallt platt. Mariä Himmelfahrt werden traditionell in Eifeler Kirchen Heilkräuterbündel gesegnet. Die werden hierzulande „Krockwösch“ genannt, was man hochdeutsch mit „Krautwisch“ übersetzt, wobei „Wisch“ für „Strauß“ steht.

Je nach Ort und Ecke variiert die Anzahl der Kräuter, die um den eigentlichen Feiertag am 15. August gebündelt in katholischen Kirchen gesegnet werden, zwischen sieben und 99. Hauptsache, es handelt sich um eine „heilige Zahl“. Sieben, neun, zwölf, 24, aber auch 72 sind verbürgt.

Bei uns zu Hause waren immer „Bletzkrock“ (Johanniskraut), „Dondekrock“ (Weidenröschen) und „Wurmkrock“ (Rainfarn) dabei, außerdem „Bönde-Knöpp“ (Großer Wiesenknopf), Kamelle (Kamille), „Biber“ (Beifuß), Wermet (Wermut), „Maria Bettstrüh“ (Wilder Majoran) und die vier Hauptgetreidearten Roggen („Koern“), Weizen („Weeß“), Gerste („Jäersch“) und Hafer (Have).

Der Brauch, Heil- und Nutzpflanzen zu sammeln und mit ihnen die Vitalität des Sommers zu konservieren, stammt aus vorchristlicher Zeit. Seit Jahrhunderten wird der Krautwischtag im katholischen Rheinland, aber auch in den Alpenländern am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel begangen.

In der Landwirtschaft ausgestorben ist der in der Eifel früher häufig vertretene Buchweizen („Boochwees“) In der ripuarischen Mundart heißt Getreide als Sammelbegriff „Fru-et“ (Frucht), Saatgetreide „Soohmfruet“ oder einfach „Soohm“. Der Getreidehalm heißt „Hallem“, die Ähre „Ähr“ und die Körner „Kidde“. Spelzen und Getreideabfall ist „Kaaf“.

Da „Kaaf“ oft nicht mal als Einstreu taugte, die Menschen außerdem juckte und kratzte, wurde sie bei früher üblichen Dorfgerichten eingesetzt. So wurde Brautpaaren „Kaaf jestraut“, die keine „Hiellich“ gegeben hatten. Dabei mussten die Junggesellen aus dem Dorf der Braut gut mit Essen und Trinken bewirtet werden.

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