Versicherungsbetrug

Manni kallt platt. Angeblich hat der Vorstand einer großen rheinischen Versicherungsgesellschaft einst mit einer Stilblüte im Firmenmagazin einen fähigen Mitarbeiter gelobt, der sich im Verlauf seiner beruflichen Karriere auf die Schattenseiten des Versicherungswesens spezialisiert hatte: „Im Verlauf seiner jahrzehntelangen Zugehörigkeit ist ihm der Versicherungsbetrug doch sehr ans Herz gewachsen!“

Vermutlich hätte sich dieser Mann allerdings an „Hötte-Jasse-Ann“ in der Wolferter Gegend „de Zängk ussjebesse“, die in einem Zwei-Personen-Theater-Stück und Gedicht Fritz Koenns auf einen Versicherungsvertreter trifft, der ihr eine Feuerversicherung für ihr „Kruffes va Huus“ (in schlechtem Zustand befindliche Wohnbehausung) andienen will.

„Häer mäht dämm Möönche klohr/ wie vorteilhaft et wöhr/ Ze john en de Vesicherung!/ Doch Ännche hat keen Abelong“ dichtet Koenn über die Werbungsbemühungen des engagierten Vertreters und die ungebrochen ablehnende und demonstrativ uninteressierte Haltung der nicht mehr ganz jungen Eifelerin.

„Unn wie der Kärel saaht:/ »Unn wenn jetzt över Naaht/ Üer Hüüsje brennt Üch ratschtisch af?«/ Dat Ännche daht: »„Hüer op der Klaaf!«“ „Dann“, rief da der Versicherungsvertreter aus: „Dann kott Ihr bloß beij oss“ und „krett zwanzischdausend D-Mark dann“. Bei diesen Worten spitzt Anna dann allerdings die Ohren: „Kick ens ahn!“. 20.000 Mark für ihr baufälliges Fachwerk-„Kruffes“ waren zu der Zeit ein mehr als anständiger Preis…

Damit holt Anna zur offenbar für sie sehr naheliegenden Frage aus, was so eine Vereinbarung denn nun in der Praxis taugt: „Unn wenn ich selleve ahnjestauch, he me zefalle Rattelauch?“ Womit - für den Vertreter - das Thema Brandstiftung unmissverständlich auf dem Tisch lag… „Dann kriejen Se ja nix“, sagt da der „Käerel fix“. „»Aha!« reef Ännche darop kalt/ »Do ha mer jo dr Schwindel alt!«“

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