Horst Tobias, der Mann im Tower

Menschen aus der Region. Horst Tobias ist schon seit 44 Jahren auf der Dahlemer Binz tätig. Er kennt sich gut aus auf dem kleinen Flughafen. Im Jahr werden 25.000 Flugbewegungen verzeichnet, auch von Segelflugzeugen. Horst Tobias sitzt im Tower und sagt: »Wir sind der Service für Freizeitler«. An 360 Tagen im Jahr ist der Flugbetrieb geöffnet, im Sommer von 9 bis 20.30 Uhr und im Winter von 9 Uhr bis Sonnenuntergang.

In Ausnahmefällen ist sogar eine Verlängerung möglich, aber »wir achten auf den Lärmschutz der Anwohner.« Außer an Weihnachten, Silvester und Neujahr bleibt die Binz geöffnet. Mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter und fünf freien Kräften teilt er sich die Arbeit. Horst Tobias hat unzählige Wochenenden und Feiertage auf der Dahlemer Binz verbracht. Das gehörte immer für ihn dazu, engagiert hat er sich, war und ist konzentriert bei der Sache. Seine Kollegen schätzen ihn. Heute ist er Flugleiter, der Mann im Tower. Er hat Fachkenntnisse von der Fliegerei und eine gültige Fluglizenz. Zunächst sah das anders aus: Von 1964 bis 1970 arbeitete der gebürtige Dollendorfer als Zimmermann bei der Firma Milz in Blankenheim-Wald. Im Februar 1970 begann er in der Dahlemer Binz eine Ausbildung zum Flugzeugbauer bei der Firma Sport Avia, wo er bis 1995 blieb. Danach arbeitete er für die Flugplatzgesellschaft der Dahlemer Binz.

Modellflugzeuge

Seine Leidenschaft gilt schon seit 40 Jahren Modellflugzeugen, die elektrisch oder mit Verbrennungsmotor betrieben werden. Er baut sie selbst, lackiert sie und fügt die Technik ein. 1997 machte Tobias dann seinen Motorseglerschein. Er ist seit 40 Jahren mit seiner Frau verheiratet. Horst Tobias Leidenschaft für das Fliegen teilt sie bei den gemeinsamen Urlaubsflügen in Europa. Er ist ihr dankbar, »dass Sie mich hat fliegen lassen.« Seine Tätigkeit als Flugleiter ist heute für ihn Routine. In dieser Position vertritt er den Flugplatzhalter, die Flugplatzgesellschaft Dahlemer Binz. Er ist zuständig für den betriebssicheren Zustand des Flugplatzes. Er beachtet die vielen Besonderheiten, nimmt seine Aufgabe gewissenhaft wahr.

Kontrolle

Morgens kontrolliert er als erstes die Landebahnbefeuerung und die Anflugbefeuerung von Schmidtheim aus. Beide sind essentiell für Start- und Landevorgänge. Als nächstes untersucht er, ob Funkgeräte, das Feuerlöschfahrzeug und das Rettungsfahrzeug im Hof in Ordnung sind. Auch die Wetterstation des Flugplatzes wartet er. Nach seinem Rundgang checkt er die Geräte im Tower. Am Vormittag dieses bewölkten Herbsttages ist es noch leer auf dem Flugplatz. Horst Tobias sitzt gelassen vor seinen Geräten im Tower, ein Mikrofon vor ihm. Von oben aus ist das weitläufige Waldgelände gut zu sehen. Es wirkt ruhig. Dennoch ist im Luftraum viel Betrieb. Wenn er einmal drei Minuten keine Durchsage hört und beantwortet, ist das schon eine lange Unterbrechung. Jedes Flugzeug, das den Luftraum durchquert, meldet sich bei Horst Tobias.

»Die Binz hört«

»Die Binz hört«, antwortet er ins Mikrofon. Gewissenhaft trägt er die Meldungen in ein Flugbuch auf seinem Schreibtisch ein. »Das Flugbuch ist das A und O am Flugplatz.« Notiert werden das Kennzeichen, die Lande- und Startzeit, woher das Flugzeug kommt, wohin es fliegt und die Anzahl der Personen an Bord. Flugzeuge, die über die Grenze fliegen, werden auf der Binz durchgesehen. Die Kooperation mit Zollämtern und Bundespolizei gehört ebenfalls zum Berufsalltag. Der Tag klärt sich langsam auf. Die weißen Wolken oben am blauen Himmel ziehen mit 70 km/ h vorbei, das entspricht 30-35 Knoten. Heute wird eine Windenübung mit einem Super Puma abgehalten. Fallschirmspringer der Bundespolizei sollen springen und nahe eines Hubschraubers, direkt gegenüber hinter den Start- und Landebahnen auf dem Boden aufkommen. Die Bundespolizei trainiert gerne in der Dahlemer Binz, wegen des weitläufigen Geländes ringsherum. Es dauert eine Weile, bis die Fallschirmspringer wegen des starken Windes abspringen können. Plötzlich werden unter den Wolken die ersten Springer mit ihren geöffneten Schirmen sichtbar. Eine Weile schweben sie hinunter, bevor sie einer nach dem anderen auf beiden Beinen sanft auf der markierten Fläche landen. Jungen Menschen, die sich für seinen Beruf interessieren, rät er, sich für die Fliegerei zu begeistern und fliegen zu lernen. Am Ende des Jahres geht Horst Tobias in seinen wohlverdienten Ruhestand. Er freut sich schon auf freie Wochenenden und ausgiebige Spaziergänge mit seiner Frau und dem Hund. (cs)

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geboren in Dollendorf

1964 ? 1970 Ausbildung zum Zimmermann bei der Firma Milz in Blankenheim Wald

Februar 1970 bis heute tätig auf der Dahlemer Binz

1970 Ausbildung zum Flugzeugbauer bei der Firma Sport Avia, bis 1995 dort tätig

1995 angestellt bei der Flugplatzgemeinschaft Dahlemer Binz

1997 Motorseglerschein

seit 2009 Betriebs- und Flugleiter

verheiratet seit 40 Jahren, lebt mit seiner Frau und gemeinsamem Hund in Dollendorf

Hobbies: Modellflugzeuge bauen, spazieren gehen

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