Bürgerfest auf der Hochmoselbrücke: Tausende Besucher

Zeltingen-Rachtig: Gute Stimmung trotz Verkehrschaos

Zeltingen. Das Bürgerfest auf der Hochmoselbrücke zog am heutigen Samstag, 16. November, tausende Besucher an. Die mussten vor allem Geduld mitbringen ...

Die Gemeinden Erden, Graach, Lösnich, Ürzig, Zeltingen-Rachtig und die Stadt Bernkastel-Kues haben mit dem LBM als Partner zum Bürgerfest auf der Hochmoselbrücke eingeladen. Jeder durfte kommen. Viele ließen sich das nicht zweimal sagen, sodass tausende Besucher von beiden Seiten auf das 1,7 Kilometer lange Bauwerk bei Zeltingen-Rachtig strömten.

Langer Stau

Die Anreise jedoch war eine echte Geduldsprobe: Langer Stau, viele Menschen auf der Fahrbahn, zwischendrin einige Fahrrad- und Motorradfahrer, die die Mitte beider Spuren als Fahrradspur auserkoren hatten - es ging ziemlich chaotisch zu. Wer es aber dann zur Brücke geschafft hatte, wurde von gut gelaunten Ehrenamtlichen begrüßt und konnte nach Lust und Laune über den gigantischen Betonbau spazieren.

Ehrenamtliche im Einsatz

Neben dem Deutschen Roten Kreuz, dem RadTeam Nestwärme (On Tour für "nestwärme e.V.") und der Freiwilligen Feuerwehr Zeltingen-Rachtig war auch der Malteser Hilfsdienst vor Ort. Klaus Braband - seit 9 Jahren Malteser-Kreisbeauftragter und Leiter der Einsatzdienste sowie Notfallvorsorge und insgesamt bereits 32 Jahre bei den Maltesern - sagte, dass vermutlich niemand mit solch einem Ansturm gerechnet hätte, aber dass sich die Ehrenamtlichen freuen, dabei sein zu dürfen. "Was Einsätze betrifft, ist die Brücke taktisch gesehen eine Hilfe, wir sind dann schneller in Morbach und Thalfang, wenn dort etwas passiert," erklärte er. "Und heute sind wir froh, dass wir alle mit Essen und Trinken versorgen können." Braband zeigte auf die mobile Küche, mit der die Malteser die Besucher mit Suppe und Würstchen im Brötchen versorgten. Kaffee gab es auch. An anderen Ständen warteten Weine von der Mosel, Glühwein und andere Kaltgetränke auf die Durstigen. Lange Warteschlangen gab es inklusive - es kamen immer mehr Menschen. Die Meinungen an diesem Tag gingen weit auseinander. Von "schlecht organisiert" über "hatte ich mir anders vorgestellt" bis hin zu "tolles Fest" war alles dabei. Und viele fragten in die Runde: Warum gab es keinen Shuttle-Service?

Erst Nebel am Hochmoselübergang - dann Sonne bei kühlen Temperaturen

Wer morgens über die Brücke flanierte, hatte aufgrund des dichten Nebels keine Weitsicht, am Nachmittag klarte es jedoch auf und der ein oder andere klettere auf die Leitplanke, um Fotos machen zu können. So mancher Besucher strahlte in die mitgebrachte Kamera. Und auch unser Fotograf konnte fröhliche Gesichter einfangen - mitunter auch die Weinhoheiten aus Zeltingen-Rachtig (siehe Bildergalerie). Was sofort auffiel: Viele hatten bereits die dicken Winterjacken ausgepackt - und das zu Recht, denn es war frisch hoch oben über der Mosel. Zum Aufwärmen gab es ein kleines beheiztes Zelt, in dem unter anderem über erste Hilfe informiert wurde und welches sich im Laufe des Tages aber auch als dankend angenommene Stillecke erwies.

Bürgerfest auf der Hochmoselbrücke: LBM zufrieden

Der LandesBetrieb Mobilität (LBM) stand bei Fragen der Bürger Rede und Antwort. Der stellvertretende Dienststellenleiter Hans-Michael Bartnick war zufrieden: "Der Tag ist wunderschön hier, die Bevölkerung ist happy - wir sind happy ..."

Abreise weniger chaotisch

Während die Anreisenden immer noch im Schritttempo die letzten Kilometer zurücklegen konnten, war die Abreise besser geregelt - ein Polizeiauto stand quer im Kreisel und schickte die Heimreisenden so auf die andere Moselseite. Von dort war nochmal ein Blick von unten auf das riesige Bauwerk möglich, bevor es für die Menschen hieß: Tschüss, Moselbrücke - bis zum nächsten Mal. Denn bald darf jeder den Millionen-Bau auch mit dem Auto passieren: Am Donnerstag, 21. November (13 Uhr), ist die offizielle Verkehrsfreigabe mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Verkehrsminister Dr. Volker Wissing und Vertretern des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen. Wie dann wohl der Verkehr geregelt wird?

(sas)

Info: Hochmoselübergang in Zahlen

  • Länge: 1,7 km
  • Höhe: 160 m
  • 10 Pfeiler; Höchster Pfeiler: 151 m, Niedrigster Pfeiler: 20 m
  • 175 Millionen Euro Brückenkosten; Kosten gesamt: 483 Millionen Euro
  • 39.000 Kubikmeter Beton
  • 32.500 t Überbaustahl
  • Bauzeit: 2011 bis 2019

 

 

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