Niederländisches Königspaar besucht Bernkastel-Kues

Ein Termin ganz nach Protokoll

Bitte akkreditieren Sie sich - so die Aufforderung, die uns schon einige Zeit vor dem eigentlichen Termin erreicht. Und wenn eine einfache Anmeldung als Medienvertreter zu einem Fototermin nicht mehr reicht, man all seine Daten inklusive der letzten Wohnorte angeben muss, Personal- und Presseausweis schon mal für das Akkreditierungsbüro bereithalten kann und das Ausgefüllte ganz selbstverständlich von Polizei und mehreren Behörden überprüft wird, dann ist schnell klar: Es kommt etwas Großes auf uns zu.

Etwas Großes bedeutet in diesem Fall der Besuch des niederländischen Königspaares, denn Königin Máxima und König Willem-Alexander kamen am heutigen Mittwoch für einen kurzen Arbeitsbesuch nach Bernkastel-Kues. Ihr Zeitplan ist stramm, denn sie haben sowohl Termine in Rheinland-Pfalz als auch im Saarland - drei Tage lang.

Im Mittelpunkt der Kurzreise stehen laut Landeregierung Themen wie Digitalisierung, Biowissenschaften, Klimawandel und Gesundheit sowie der Weinbau an der Mosel. In Bernkastel-Kues füllt sich der Platz vor dem Steillagenzentrum, bereits zwei Stunden vor Beginn haben sich hier die ersten Schaulustigen eingefunden. Bei bestem Wetter warten sie, denn das Königspaar muss erst einmal aus Mainz, wo sie zuvor von Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßt wurden, anreisen. Von der Oberwesel geht es für sie nach Boppard mit einer einstündigen Schifffahrt durch das UNSESCO-Weltkulturerbe des Mittelrheintals und dann weiter in den beliebten Moselort.

Wir sind mit zwei Redakteuren vor Ort und teilen uns auf. Meine Kollegin Juliane fährt mit dem Bus zum Besuch eines Weinbergs des Dienstleitungszentrums Ländlicher Raum (DLR) an der Fierskapelle. Von dort hat man übrigens eine besondere Panoramasicht, aufgrund dessen diese Stelle wohl auch ausgewählt wurde. Als Presse, Security und Polizei Stellung beziehen und der Konvoi mit Polizeimotorrädern und mehreren Fahrzeugen ankommt, steigt das Königspaar aus - mit zehnminütiger Verspätung aufgrund des unpünktliches Schiffes und des starken Verkehrs. Währenddessen erfahre ich unten im Steillagenzentrum, dass der Termin an der Traubensortieranlage abgesagt wird. Die Verspätung ist schuld.

Oben im Weinberg beginnen zur selben Zeit Diskussionen: Wo soll das Paar für die Fotos stehen? Man einigt sich. Die Presse aus den Niederlanden darf zuerst knipsen, dann der Rest. Die Absperrung dürfen die Medienvertreter kurz verlassen, um dann doch wieder zurückbeordert zu werden - um aber dann doch die Erlaubnis für das Positionieren vor der Begrenzung zu erhalten. Für das Hin-und Her entschädigt das Königspaar mit strahlendem Lächeln. Auch Wirtschafts-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Weinbauminister Volker Wissing und Malu Dreyer sind vor Ort und gut gelaunt. So ist die Demonstration von "Polariks", einer Drohne für den Weinberg, nur Nebensache. Circa 30 bis 50 Menschen beobachten das Ganze und schießen noch ein paar Fotos, bevor Maxima und Willem-Alexander in ihr Fahrzeug steigen. Es geht zum Steillagenzentrum.

Hier haben wir uns bereits im Pressebereich positioniert, nachdem wir den Traubensortierer nach Terminabbruch verlassen haben. Mittlerweile hat sich der Platz gefüllt, Königspaar-Fans aus den Niederlanden sind ebenso vertreten wie Urlauber und Ortsansässige. Ein Maxima-Fanschild ist mit von der Partie. Im Steillagenzentrum beginnt das Blitzlichtgewitter, denn dort ist der royale Besuch gerade zum Pressetermin beim Expertengespräch eingetroffen. Klima, Innovation und Digitalisierung stehen auf der Agenda. Draußen werden die Sicherheitskräfte unruhig, die Polizei reiht sich auf, alle Journalisten starren auf den Eingang. Dann geht alles recht schnell.

Ein paar Presseleute verlassen den Saal und kurze Zeit später strahlt Maxima mit ihrem senfgelben und grauen Kleid mit integriertem Spitzenrock um die Wette. Sie trägt einen großen Hut und hat die Haare seitlich geknotet. Die schicken Perlenohrringe passen perfekt zu der funkelnden Anstecknadel am Rock, zum imposanten Ring und zum Schleifen-Anstecker. Eine graue Tasche, schwarze Pumps und weitere Schmuckstücke komplettieren ihr Outfit. Auch, wenn König Willem-Alexander in seinem blauen Anzug mit hellblauer Krawatte und weißem Hemd bei Weitem keine schlechte Figur macht, sind alle Augen auf die Königin gerichtet. Auch die Ministerpräsidentin erhält Aufmerksamkeit, die in ihrem roten Hosenanzug von allen am meisten leuchtet. Volker Wissing und der Bernkastel-Kueser Bürgermeister Wolfgang Port grinsen verschmitzt - ein guter Termin, denn alles läuft nach Plan, alles nach Protokoll. Und so wird das Königspaar nach kurzer Zeit zum Fahrzeug geleitet.

Mehrere Monate Planung der Staatskanzlei, von Polizei und mehreren Behörden - alles in enger Absprache mit der Stadt Bernkastel-Kues - sind nun vorbei. Der Polizeileiter der Dienststelle Bernkastel-Kues, Hauptkommissar Klaus Herrmann, sieht entspannt aus, für die örtliche Polizei war es ein ruhiger Termin.

Die Menschen auf dem Platz verstreuen sich, während die niederländischen Royals bereits zum nächsten Besuch eskortiert werden: Es geht nach Trier, wo unter anderem die Besichtigung der Karl-Marx-Ausstellung auf dem Programm steht. Anschließend wird das Königspaar nach Saarbrücken weiterreisen.

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