Aktiv und kreativ durch die Corona-Krise

Senhals. Seit dem 18. Mai dürfen in Rheinland-Pfalz Hotels, Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder Gäste beherbergen. Ist in den vergangenen sechs Wochen wieder etwas "Normalität" eingekehrt? Ein Beispiel von der Mosel...

Wenn Silvia Hees, Inhaberin des Hotels Weinhaus Halfenstube und der Villa 1894 in Senhals, heute an die ersten Tage des Corona-Lockdowns Mitte März zurückdenkt, dann fällt ihr sofort ein, dass sie ein solches Ausmaß nicht erwartet hat. Sie sei von zwei bis drei Wochen Schließung ausgegangen; geworden sind es zwei Monate...

Ostern stand vor der Tür und es hagelte Stornierungen statt Buchungen. "Das Telefon hat ohne Unterlass geklingelt. Unsere Gäste wollten Antworten, die wir nicht hatten. Das Ungewisse war unser größter Gegner. Am Anfang bin ich davon ausgegangen, dass wir spätestens Ostern wieder öffnen können, aber das war ein Trugschluss. So haben wir unser Geschäft von 100 auf null zurückgefahren und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt", erzählt die Hotel-Chefin, die ihre Hände aber nicht in den Schoß legte, sondern sich intensiv auf die Zeit der erhofften Lockerungen vorbereitete. "Ich habe das Gesundheitsamt ins Haus eingeladen, um meine Vorkehrungen, die zunächst einmal ins Blaue gingen, überprüfen und bewerten zu lassen – und das mit Erfolg", erzählt Silvia Hees, die zum Zeitpunkt der Lockerungen gerüstet sein wollte.

Mehr Buchungen als in den Vorjahren

Als der 18. Mai als Datum der Lockerungen kommuniziert wurde, konnten sie und ihr Team einen relativ problemfreien Start hinlegen. "Die Gäste waren sehr kooperativ und wir konnten einen Zuwachs bei den Buchungen verzeichnen. Es sind sogar im Moment mehr als in den Vorjahren. Allerdings sind die Zeiträume etwas kürzer. Bei Buchungen für den Herbst sind die Gäste noch zurückhaltend", beschreibt Silvia Hees die aktuelle Situation. Gründe für den kleinen Boom hat die Hotel-Chefin schnell ausgemacht: "Die Mosel und damit auch die ländliche Region zieht. Die Menschen wollen im Moment nicht in die Städte. Und unser Angebot tut sein Übriges", spricht aus ihr eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Dafür tut sie aber auch alles.

"Mir kann man auch folgen"

Als Wein- und Kulturbotschafterin sind ihre Gruppenwanderungen zwar noch nicht wieder so stark nachgefragt, aber sie hat in der Lockdown-Zeit einige Wanderwege ab Senhals und ab Cochem unter ihre Füße genommen, die man mit einer App nachwandern kann. "Mir kann man auch folgen", lacht sie. Weitere Angebote rund ums Wandern sind in Vorbereitung. Zudem plant sie im Garten der Villa 1894 einen 100 Quadratmeter großen Pool zu bauen. Fazit: Silvia Hees geht offensiv durch die Corona-Krise: "Wir werden als Gewinner aus der Krise kommen", ist sie überzeugt.

Foto: Pauly

www.hotel-halfenstube.de

 

 

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