Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Cochem. Ende Mai zählten die Statistiker der für Cochem-Zell zuständigen Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen im Landkreis 1.341 arbeitslose Frauen und Männer. Das sind 142 weniger als vier Wochen zuvor und 139 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Punkte auf vier Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,4 Prozent.

Wer die Werte aus dem Jahr 2019 heranzieht, sieht aber, dass die Krise am Arbeitsmarkt noch nicht überwunden ist. Damals waren 419 Menschen weniger arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 2,7 Prozent. Trotzdem ist Agenturleiter Frank Schmidt optimistisch. "Geschäfte öffnen und auch die Gastronomie darf in den meisten Gegenden wieder Besucher empfangen. Davon verspreche ich mir für die nächsten Monate besonders in den von der Pandemie am härtesten betroffenen Branchen eine deutliche Entspannung. Insofern bildet die aktuelle Statistik einen Trend ab, der sich bei anhaltend sinkenden Inzidenzwerten zumindest über den Sommer noch deutlich verstärken wird."

Mehr offene Stellen

Dazu passt die Entwicklung am Stellenmarkt. 71 Angebote wurden dem Arbeitgeberservice in den letzten vier Wochen aus dem Landkreis gemeldet. Insgesamt registriert die Agentur damit im COC-Kreis 452 offene Stellen – 108 mehr als vor einem Jahr. Der Ausbildungsmarkt ist im zweiten Corona-Jahr deutlich von der Krise geprägt. Vor allem junge Menschen, die in diesem Sommer die Schule verlassen, sind nach monatelangem so genanntem Homeschooling und deutlich erschwertem Zugang zu Beratungsangeboten ver-unsichert und tun sich schwer mit dem Einstieg ins Berufsleben. Arbeitgeber hingegen suchten trotz Krise wieder verstärkt nach Nachwuchs. Diese Situation spiegelt sich in der Statistik: So suchten bislang 317 junge Frauen und Männer aus dem Landkreis Rat und Unterstützung bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur. Das sind 34 weniger als vor einem Jahr. 128 von ihnen gelten derzeit noch als unversorgt. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liegt mit 499 dagegen deutlich über dem Vorjahresniveau (plus 116). 227 dieser Ausbildungsplätze sind bislang noch offen.

Kurzarbeit im Landkreis

Bei der Bewältigung der Krise setzten viele Unternehmen in den letzten Monaten auf Kurzarbeit. Die muss angezeigt und bewilligt werden, bevor sie genutzt werden kann. Nach der Bewilligung können Unternehmen jedoch auch entscheiden, Kurzarbeitergeld (KuG) während des Bewilligungszeitraumes nur für eine gewisse Zeit oder einen Teil der angemeldeten Beschäftigten zu nutzen. Die eigentliche Abrechnung (KuG-Antrag) erfolgt im Nachhinein. Da die Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, entsprechende Unterlagen ein-zureichen, liegen verbindliche Werte erst mit deutlicher Verzögerung vor. Im Mittelpunkt der statistischen Betrachtung stehen deshalb die KuG-Anzeigen. Im Mai zeigten laut Statistik noch 13 Betriebe aus dem Landkreis für 93 Beschäftigte Kurzarbeit an. Vor einem Jahr waren es 60 Betriebe und 728 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im April 2019 gab es keine Anzeigen. Insgesamt registrierte die Arbeitsagentur seit Beginn der Krise im März 2020 im Landkreis Cochem-Zell 1.282 KuG-Anzeigen für 10.211 Beschäftigte.

- Agentur für Arbeit Cochem:02 61 / 40 54 05 E-Mail: koblenz-mayen.postfach@arbeitsagentur.de

- Jobcenter Cochem-Zell: 0 26 71 / 60 33 111 E-Mail: Jobcenter-Cochem-Zell@jobcenter-ge.de

- Hotline Berufsberatung: 02 61 / 40 54 44 und 0 26 51 / 95 03 33.

Symbolfoto: Archiv

www.arbeitsagentur.de

 

 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.