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In den Ruhestand verabschiedet

Faid. Helmut Probst, 16 Jahre Bürgermeister der VG Cochem-Land und der VG Cochem, ist im Rahmen eines Festakts in Faid in den Ruhestand verabschiedet worden.

Wer Helmut Probst am Montag bei seiner offiziellen Verabschiedung sah, hat gemerkt, dass ihn dieser Tag emotional bewegt. Je näher der Termin des Abschiedes kam, je nervöser wurde Probst. Und das hat seinen Grund: Denn der Vollblutpolitiker hätte gerne noch einige Jahre länger das Zepter bei der VG in der Hand gehalten. Doch so sehr sein Herz an seinem Amt als Bürgermeister hing, so schwach ist es auch aus medizinischer Sicht. Probst scheidet nicht aus, weil er amtsmüde ist, sondern weil seine Gesundheit die 15-Stunden-Tage des Bürgermeisters nicht mehr mitmacht.

Ein Berufsleben in der Verwaltung

Helmut Probst war sein gesamtes Berufsleben in der öffentlichen Verwaltung tätig. Und seine berufliche Karriere ist ein Paradebeispiel, wie man es vom kleinen Verwaltungslehrling zum Chef einer großen Behörde schafft. Nach der Volksschule fing der Ellenzer, der wie er selbst sagt, aus kleinen Verhältnissen stammt, 1966 eine Verwaltungslehre beim damaligen Kreis Cochem an. 1976 wird er zum Beamten auf Lebenszeit ernannt - allerdings im Mittleren Dienst. Doch Probst ist ehrgeizig und er schafft die Laufbahnprüfung für den Gehobenen Dienst mit der Note »sehr gut«. 1986 steigt er in der Kreisverwaltung zum Leiter der Bauabteilung auf - mit Mitte 30 eine Bilderbuchkarriere. Aber auch in der Politik hinterlässt er seit Teenagerzeiten Spuren und 2001 tritt der damalige Beigeordnete als CDU-Kandidat bei der Wahl zum Bürgermeister der VG Cochem-Land an und gewinnt. Am 1. März 2002 wird Probst als Bürgermeister eingeführt. Durch die Fusionen mit der Stadt Cochem und der VG Treis-Karden musste er sich sogar dreimal zur Wahl stellen, obwohl er insgesamt nur zwei Legislaturperioden amtierte. "Zwei Fusionen gestemmt. Das hat viel Kraft gekostet", attestierte ihm sein Nachfolger, Wolfgang Lambertz. Der noch amtierende Beigeordnete der VG Cochem überreichte Helmut Probst auch die Entlassungsurkunde.

"Bürgermeister mit Herzblut"

Dass Probst bei Kollegen und Mitarbeitern geschätzt war und ist, war in den Grußworten - sowohl aus der Politik als auch aus der Verwaltung - zu hören. Er ist sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag einer, der aus dem Volk kommt und seine Schäfchen kennt, so die CDU-Kreisvorsitzende Anke Beilstein zu ihrem "politischen Ziehvater", der ein "Bürgermeister mit viel Herzblut" gewesen sei. Auch wenn sein Schreibtisch selten aufgeräumt gewesen sei, erzählte Beilstein mit einem Augenzwinkern, habe er immer gewusst, wo er etwas suchen musste. Probst sei, so die einhellige Würdigung, nie abgehoben gewesen. Er habe das Menschliche nicht vergessen. "Bei allem beruflichen Einsatz hat er den Humor immer behalten", sagte Landrat Manfred Schnur und hat ihn damit gut charakterisiert.

Fotos: Zender

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