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Das Leben mit der Baustelle

Landkern. Seit Anfang September schiebt sich eine "Blechlawine" durch Landkerns Bergstraße und die Kaisersescher Straße in Illerich. Gerade Illerich ist am stärksten von der Sanierung der L 98 zwischen Landkern und der Einmündung in die L 100 in Richtung Schöne Aussicht betroffen.

Der Weg von Kaisersesch nach Cochem ist im Moment etwas beschwerlicher. Die "Lange Bahn" zwischen dem "Meilenstein" und Landkern wird laut Bauzeitenplan noch bis Ende Oktober saniert. Eine Umleitung ist über Illerich ausgeschildert. Dort sollen aber nur Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen "verkehren". Und die, die die Umleitung nutzen sind nicht wenige. Wenn es um Lkw geht, so werde das Verbot auch nicht missachtet, berichtet Helmut Braunschädel, Ortsbürgermeister von Illerich. "Bei Reisebussen sieht es schon anders aus", teilt er die Einschätzung seines Landkerner Kollegen Thomas Heucher, der als Anlieger der Bergstraße den Umleitungsverkehr hautnah miterlebt. "Bis die Bremsen quietschen, wenn plötzlich das Heiligenhäuschen im Weg steht", schmunzelt der Landkerner Ortschef. Seine Sorge um die Fußgänger schmälert die etwas süffisante Aussage aber nicht. "Mein Nachbar hat da schon zwei gefährliche Situationen überstehen müssen. Leider halten sich nur die wenigsten an die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, außer es bildet sich eine kleine Autoschlange. Und, dass in der Bergstraße weiter rechts vor links gilt, scheint den meisten Verkehrsteilnehmern auch nicht bewusst", erzählt Heucher.

K 34 wird weiter kaputt gemacht

Dass mit der Missachtung der Höchstgeschwindigkeit merkt auch Braunschädel an. "Die Baustelle ist halt da und damit müssen wir leben. Viel problematischer ist, dass die K 24 zwischen Kaisersesch und Illerich im Moment noch mehr kaputt gemacht wird, als sie es eh‘ schon ist. Und mit einer Sanierung wirds wohl noch etwas länger dauern. Der Ausbau der Cochemer Stadtwaldlinie bindet hier die Finanzmittel", vermutet der Illericher Ortsbürgermeister.

"Wurst-Taxi" und mehr

Wer in den Mittagsstunden Stefan Wiersch sucht, der wird ihn im Moment nur selten in seiner Metzgerei in der Hauptstraße in Landkern antreffen. Der Metzgermeister hat während der Bauphase auf der "Langen Bahn" eine Ausgabestelle für seine Mittagsmenüs im Mehrgenerationenhaus in Kaisersesch eingerichtet. "Als ich von der Baustelle erfahren habe, musste ich reagieren", erzählt Wiersch, der mit Unterstützung der VG-Verwaltung und der Kreisverwaltung in der Bahnhofstraße in Kaisersesch fündig wurde. Mit rund 40 Prozent Kunden weniger rechnet er in seinem Geschäft in Landkern. "Ich bin ja für jeden froh, der trotzdem den Weg zu uns findet und für alle anderen gibt es im Moment auch die Alternative im Mehrgenerationenhaus. Hier gibt es nicht nur die täglich wechselnden Mittagsmenüs, sondern auch unsere Angebote aus der heißen Theke mit Ausnahme von Pommes Frites", zählt der Metzgermeister auf, der mit einem "Wurst-Taxi" auch Bestellungen ins Mehrgenerationenhaus anliefert. "Anrufen und wir bringen es mit", verspricht Stefan Wiersch.

Abenteuerliches Umfahren 

Dass es wirklich eine Baustelle gibt, hat sich - so Thomas Heucher - auch noch nicht überall herumgesprochen. Der gemeine Autofahrer ist offensichtlich durch Umleitungsschilder nicht immer zu überzeugen. "Die Suche nach einer Umfahrung der Baustelle ist schon besonders abenteuerlich. Da landen Autos mit Kennzeichen weit jenseits der Kreisgrenzen plötzlich mitten im Landkerner Wald", schüttelt Thomas Heucher den Kopf, hoffend, dass die Baustelle vielleicht sogar etwas schneller fertig ist, als sie es geplant war. 

Fotos: Pauly

www.lbm.rlp.de

 

 

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