Früh übt sich

Binningen. Nachwuchsprobleme werden nicht mit Jammern gelöst. Die Freiwilligen Feuerwehren im "Forster Kirchspiel" handeln.

Früh übt sich, was ein Feuerwehrmann beziehungsweise eine Feuerwehrfrau werden will. Im "Forster Kirchspiel" (Binningen, Forst, Dünfus, Brohl, Möntenich und Roes) wird das jetzt nicht nur durch die 2011 gegründete gemeinsame Jugendfeuerwehr gewährleistet, bei der im Moment 15 Jungen und Mädchen den Einstieg in den aktiven Dienst üben. Als amtierende Kreismeister in der Gruppe hat der Feuerwehrnachwuchs sein Können bereits unter Beweis gestellt.

"Die Nachwuchsgewinnung sollte und muss aber bereits früher beginnen", so Tim Etzkorn, Wehrleiter der VG Kaisersesch. Dabei steht bei den Jüngsten die spielerische Brandschutzerziehung im Vordergrund. Mit diesem Angebot ist der Einstieg in den Feuerwehrdienst geebnet, auch wenn allen bewusst ist, dass nicht 100 Prozent später in der aktiven Wehr mitarbeiten werden. Mit der Gründung einer Bambini-Wehr - der insgesamt achten im Landkreis Cochem-Zell - sind die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehren im "Forster Kirchspiel" jetzt aber ein Stück dieses Weges gegangen.

Auf Initiative von Alisha Etzkorn (23) wurde das Projekt im Rahmen eines Schnuppertages Ende Mai vorgestellt. Dass sich spontan 16 Jungen und vier Mädchen für die Bambini-Wehr interessierten, spricht für die Attraktivität des Angebots. Die 23-Jährige, die selbst die Truppmannprüfung abgelegt hat, steht aber in der Betreuung der Fünf- bis Zehnjährigen nicht alleine da. Ihr zur Seite stehen ihre Schwester Tabea sowie Kathrin Höhler aus Forst und Anna-Lena Bier aus Dünfus. "Wir treffen uns jeden Mittwoch von 17.30 bis 19 Uhr in Binningen. Dann geht es neben der Brandschutzerziehung auch um Fragestellungen rund um die Feuerwehr. Wasserspiele dürfen natürlich auch nicht fehlen", beschreibt Alisha Etzkorn die Übungsschwerpunkte bei der Bambini-Wehr.

Für den Binninger Ortsbürgermeister Günter Urwer stellen sich die Wehren des "Forster Kirchspiels" damit gegen den Trend der Zeit. Kurz und knapp: Agieren statt über Nachwuchsprobleme jammern. VG-Bürgermeister Albert Jung würdigte als Chef der Freiwilligen Feuerwehren in der VG das große Engagement der Familie Etzkorn, das auch hinter dieser Neugründung steht. "Die Etzkorns haben sich dem Feuerwehrwesen verschrieben. Norbert Etzkorn ist schon lange Wehrführer in Binningen, Tim ist Wehrleiter der Verbandsgemeinde, Alisha ist Leiterin der Jugendfeuerwehr und Tabea ist hier auch mit dabei. Ihnen ist wie allen Feuerwehrmännern und -frauen das Selbstverständnis gegeben über Dorfgrenzen hinweg zu helfen."

Fotos: Pauly

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