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Schocknachricht vor Ferien: Lieg kämpft weiter

Lieg. Die Grundschule Lieg wird zum 31. Juli geschlossen. Das hat die ADD zwei Tage vor den Ferien mitgeteilt. Das lassen sich Gemeinde und Eltern nicht gefallen. Sie wollen nun vor Gericht klagen.

Aller Protest und alle damit verbundenen Hoffnungen haben nichts genützt: Die Grundschule im Hunsrückort Lieg wird zum 31. Juli diesen Jahres geschlossen. Das hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem, Wolfgang Lambertz, mitgeteilt.

Lambertz zeigte sich entsprechend enttäuscht und verärgert: »Heute ist der traurigste Tag in meiner beruflichen Tätigkeit, früher als Stadt- beziehungsweise jetzt als VG-Bürgermeister.« Wenige Stunden zuvor hatte Lambertz einen Anruf von Thomas Linnertz, Präsident der ADD, erhalten, der ihm die Entscheidung zur Schließung mitteilte. 

Wolfgang Lambertz: »Alle unsere Argumente und Einwendungen wurden leider nicht berücksichtigt. Eine Schule zu schließen, die funktioniert, wo gute Arbeit geleistet wird und die von der Bevölkerung angenommen wird. Ich bin fassungslos, aufgewühlt und sehr, sehr traurig.«

Verärgert ist Lambertz nach eigenen Angaben aber auch, weil durch diese Tatsache der Schulschließung klar gegen den Fusionsvertrag mit dem Land zur Verschmelzung der ehemaligen Verbandsgemeinden Cochem-Land und Treis-Karden verstoßen worden sei.

Lambertz: »Nun müssen wir klären, wie wir mit dieser Tatsache umgehen und wie wir weiter kämpfen.« 

Die Verbandsgemeinde hat ein renommiertes Anwaltsbüro beauftragt und bereits vergangene Woche eine Klage auf den Weg gebracht. »Wir sind mit unserer Klage nicht allein. Bei mir waren zahlreiche besorgte Eltern aus Lieg, die ebenfalls den Rechtsweg zum Gericht beschreiten möchten.« 

 Eine von ihnen ist Tanja Reitz.  »Es geht gegen meine Rechtsauffassung,  dass man zuerst sagt, man überprüft 40 Grundschulen und pickt sich dann vier herraus, die willkürlich geschlossen werden. Wobei es in anderen Orten Schulen gibt, die genau die gleichen Kriterien, die  Lieg angeblich nicht erfüllt,  auch nicht erfüllen, die aber nicht geschlossen werden.« 

Enttäuscht ist auch Hans-Josef Kölzer. Seine älteste Tochter, Maria-Theresia, würde nächstes Jahr in die vierte Klasse gehen und die jüngste Tochter, Luisa-Carolina, sollte eigendlich im August in Lieg eingeschult werden.  »Als wir von der Schließung der Schule erfahren,  waren wir sehr entsetzt. 

Hier werden Strukturen, die zusammengewachsen sind, einfach aufgelöst. Das finden wir sehr schade.« Für Ortsbürgermeister Heinz Zilles bedeutet die Entscheidung der ADD nicht das Ende der Schule in Lieg. Der engagierte Ortsbürgermeister will weiter für den Erhalt der Schule kämpfen. 

»Wir haben bislang keine nachvollziehbaren Argumente geliefert bekommen. Unsere stichhaltigen Argumente wurden nicht widerlegt. Das ist Bewies dafür das wir auf der richtigen Seite stehen.« 

Zilles spricht auch die Kinder an, die am Mittwoch, am Tag der Entscheidung, »unter Tränen nach Hause gegangen« sind. Für diese Kinder »müsse und werde er kämpfen«, betont der Ortsbürgermeister. 

Zilles gibt sich kämpferisch: »Lieg gibt sich nicht geschlagen. Wir haben den Mut,  auch dem  Land die Stirn zu bieten. Wir sind zwar nun in den Sommerferien, aber wir versprechen, dass wir Bildungsministerin Hubig  einen heißen Sommer bereiten werden«. 

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