Kampf für die Abschaltung des belgischen Pannenreaktors

Die Menschen in der Region sind stark beunruhigt, wenn Sie an die Auswirkungen eines Reaktorunfalls von Tihange 2 denken. Der belgische Reaktor liegt lediglich knapp 60 Kilometer von der Landesgrenze bei Aachen und Monschau entfernt. Deshalb verfolgt der Wochenspiegel die Diskussionen, Aktionen und die juristischen Schritte intensiv. An dieser Stelle finden Sie eine Dokumentation der Geschehnisse, Hintergrundinformationen und immer wieder aktuelle Entwicklungen.

Die Weiss-Gruppe, zu der der Wochenspiegel gehört, engagiert sich nicht nur publizistisch. Als erstes Unternehmen ist die Weiss-Druck GmbH & Co. KG der Klage der Städteregion Aachen gegen den Reaktor beigetreten. Und wer das Firmengebäude in Monschau-Imgenbroich betritt, sieht als erstes eine „Tihange-Aus“-Säule, mit der jeder das Atomkraftwerk symbolisch abschalten kann.

Dem Unternehmen geht es dabei nicht darum, Hysterie zu schüren oder pauschal gegen Atomkraft zu kämpfen. Der Sicherheitsstandards des belgischen Kraftwerks hingegen ist Anlass des Protestes.

Landrat Streit ruft Politik zu Klage gegen Cattenom auf

Bitburg. Joachim Streit, Landrat des Kreises Bitburg-Prüm, hat sich in einem Brief an die Verhandlungspartner der Ampelkoalition in Mainz gewandt. Darin appelliert er an die Vertreter der Parteien, in ihrem Koalitionsvertrag klar Stellung zum Atomkraftwerk Cattenom zu beziehen. Er wirbt "gegen einen weiteren Betrieb des AKW Cattenom".  "Auch Sie sollten überlegen, ob Sie, wie das Land Nordrhein-Westfalen gegen Tihange klagt, in eine Klage gegen das Atomkraftwerk Cattenom als Bundesland eintreten", schreibt Streit. Des Weiteren bittet er mit der Bundesregierung zu prüfen, inwieweit Zahlungen, wie sie von luxemburgischer Seite dem französischen Staat angeboten wurden, auch eine Option für Deutschland seien. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm unterstützt die Klage der Städteregion Aachen gegen das Atomkraftwerk Tihange in Belgien. Streit kündigt an, dass in der nächsten Kreistagssitzung auch eine Kostenbeteiligung beschlossen werde. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken gegen den Betrieb der Druckwasserreaktoren und die Gefahr terroristischer Anschläge. Streit: "Durch die Terroranschläge in New York, Paris und Brüssel hat sich eine neue Dimension der Gefährdungslage für die Menschen in der Region Trier und der Eifel eröffnet." Das Atomkraftwerk Cattenom  liegt nur 80 Kilometer vom Eifelkreis entfernt. Die französische Regierung plant, die Laufzeit des Atomkraftwerks über 2025 hinaus zu verlängern. Foto: ArchivJoachim Streit, Landrat des Kreises Bitburg-Prüm, hat sich in einem Brief an die Verhandlungspartner der Ampelkoalition in Mainz gewandt. Darin appelliert er an die Vertreter der Parteien, in ihrem Koalitionsvertrag klar Stellung zum Atomkraftwerk…

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