Dirk Passiwan neuer Bundestrainer

Dolphins-Trainer coached Rollstuhlbasketballerinnen

Trier. Dolphins-Coach Dirk Passiwan ist der neue Bundestrainer der deutschen Damen-Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball. Gleichzeitig beendet er seine Karriere als aktiver Spieler der Herren-Nationalmannschaft. In wenigen Wochen steht mit der Europameisterschaft in Madrid schon die erste große Herausforderung in seinem neuen Job an.

Die internationale Karriere des Weltklasse-Spielers Dirk Passiwan begann mit seinem Debüt in der Nationalmannschaft bei den Paralympics 2008 in Peking. Schnell stieg er zu einem der besten Rollstuhlbasketballer der Welt auf und wurde in den Medien wiederholt als „Dirk Nowitzki des Rollstuhlbasketballs“ gefeiert. Seine größten Erfolge im Dress der Nationalmannschaft waren neben zwei weiteren Paralympics-Teilnahmen, 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro, eine Silbermedaille bei der EM 2011 und eine Bronzemedaille bei der EM 2015.

Nachdem er schon eine Weile nach dem richtigen Zeitpunkt gesucht hatte, seine internationale Karriere zu beenden, bot die freie Stelle des Damen-Bundestrainers die passende Gelegenheit für einen Rollenwechsel. „Ich hatte schon länger den Gedanken als Spieler zurückzutreten. Ich denke jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagt der Spielertrainer der Doneck Dolphins Trier. Seine Aufgaben beim Bundesligisten aus Trier wird er auch weiterhin wahrnehmen. Nicht zuletzt seine Erfahrungen als Trainer der Dolphins haben ihn auf die Rolle als Damentrainer vorbereitet: „Wir arbeiten in Trier schon seit elf Jahren mit starken Frauen. Als sich die Chance mit der Bewerbung als Bundestrainer geboten hat und ich auch noch ausgewählt wurde, habe ich mich riesig gefreut.“

Nächste Station: Europameisterschaft

Bereits Anfang Dezember wird es ernst, dann beginnt die Europameisterschaft in Madrid. Ein erstes Highlight für Passiwan und sein neues Team, aber auch eine große Herausforderung. Die Bundeliga geht erst am 20. November in die Winterpause. Danach bleiben nur noch gut zehn Tage bis zur Abreise nach Spanien. Nicht viel Zeit, um die Spielerinnen in einem Camp persönlich zu begutachten und kennenzulernen. Auch dass viele Spielerinnen für die Teilnahme an den Paralympics in Tokio bereits ihren ganzen Jahresurlaub aufgebraucht haben, macht die Vorbereitung für den Coach nicht einfacher: „Für mich geht es in erste Linie darum mit allen Spielerinnen aus dem erweiterten Paralympics-Kader zu sprechen und ihre Bereitschaft für die EM abzuklären. Wir befinden uns ein bisschen im Neuaufbau, langfristig ist es das Ziel wieder eine starke Nationalmannschaft aufzubauen“. Nachdem das Team in Tokio den undankbaren vierten Platz belegt hat, sind auch die Erwartungen nicht gerade klein. Dirk Passiwan geht trotzdem hochmotiviert an die Arbeit: „Für mich geht es im Sport weiter mit einer tollen Aufgabe – ich kläre jetzt, wer zum Team im Team gehören wird und dann wollen wir eine tolle EM spielen. “

(red)

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