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Domäne Avelsbach: Kritik an möglichen Verkaufsplänen

Entscheidung zu Lasten der Region und des Weinbaus?

Trier. Die möglichen Pläne des Landes Rheinland-Pfalz, die Weinbaudomäne Trier-Avelsbach zu verkaufen, stoßen im Landkreis auf Kritik. Landrat Günther Schartz und der Vorsitzendes des Kreisbauern- und Winzerverbandes, Walter Clüsserath, haben das in einem Schreiben an Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Ausdruck gebracht.

Die Weinbaudomäne in Avelsbach, die auch ein bedeutendes Industriedenkmal darstelle, sei mit hohem Kostenaufwand saniert und technisch aufgerüstet worden, um sie auf unbestimmte Zeit zu erhalten. Im Zusammenhang mit der Auflösung und der Veräußerung der Weinbaudomänen in Serrig und Ockfen im Landkreis sei verbindlich zugesagt worden, dass die Domäne in Trier-Avelsbach dauerhaft erhalten und ausgebaut werden soll. Dies müsse auch weiterhin Geltung haben und werde von der Region Trier erwartet, heißt es in dem Brief des Landrates und des Vorsitzenden.

Reihe negativer Entscheidungen

Eine Schließung der Weinbaudomäne in Trier-Avelsbach würde sich in eine Reihe negativer Entscheidungen des Landes einfügen, die mit der Auflösung der Domänen in Serrig und Ockfen im Landkreis begonnen und sich später im Rahmen der Agrarverwaltungsreform mit der Auflösung der Landeslehr- und Versuchsanstalt sowie des Kulturamtes in Trier fortgesetzt hätten, die im Dienstleis-tungszentrum Ländlicher Raum Mosel in Bernkastel-Kues aufgegangen seien. Durch diese Entscheidungen und die nunmehr mögliche Veräußerung der Domäne in Avelsbach entstehe der Eindruck, dass das Land an der weiteren Entwicklung des Weinbaus im Raum Trier nur noch wenig Interesse habe, argumentieren sie. Dabei verfüge der Kreis Trier-Saarburg zusammen mit der Stadt Trier mit rund 800 Weinbaubetrieben über die größte Rebfläche von über 3.700 Hektar an der Mosel und nehme damit im Weinbau eine bedeutende Rolle ein.

Verkauf zu Lasten der Region

Ein Verkauf der Domäne Avelsbach und der Rebflächen in den besten Lagen von Trier in Avelsbach und Olewig würde zu Lasten der Region gehen und hätte negative Auswirkungen auf den Weinbau rund um Trier. Ein Verkauf der stadtnahen Weinbergsflächen oberhalb des Amphitheaters an private Bauinvestoren hätte auch eine nachhaltige Veränderung des Trierer Stadtbildes zur Folge. Ein Erhalt der Domäne sei daher auch im Hinblick auf die Stärkung der Weinbaustadt Trier und die Förderung des Tourismus von ganz besonderer Bedeutung, betonen Schartz und Clüsserath. Außerdem geben sie zu bedenken, dass die Domäne Avelsbach ein modernes Weingut darstelle, das nicht nur für die Region Trier, sondern auch für ganz Rheinland-Pfalz eine beispielgebende Rolle einnehme und daher als landeseigene Einrichtung erhalten und nicht ohne Weiteres verkauft werden sollte.

Vorgaben des Landes zu einseitig

Zudem habe das Land mit der einseitigen Vorgabe, einen ökologischen Weinbau zu betreiben den bisherigen Betreibern den Spielraum genommen, betriebswirtschaftlich optimal zu arbeiten. "Dies darf nicht zu Lasten der Einrichtung gehen", so Schartz und Clüsserath. Der Landrat und der Vorsitzende der Bauern- und Winzerverbandes vertreten daher die Auffassung, dass Überlegungen über eine künftige Verwendung der Weinbaudomäne eingehend geprüft und dass ein Konzept mit den Verantwortlichen im Trierer Raum diskutiert und abgestimmt werden sollte.

RED

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