IG Bau befürchtet Image-Verlust der Baubranche auch in Trier

Trier. Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Lohn-Prellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Industriegwerkschaft Bau (IG Bau) mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums.

Danach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Koblenz, das auch für Trier zuständig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 423 Baufirmen und leiteten 698 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen 48,2 Millionen Euro.

IG BAU-Bezirkschef Marc Steilen spricht von einem „erschreckenden Ausmaß krimineller Energie“. Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. „Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Coronakrise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Region ist“, so die IG BAU Saar-Trier. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent.

„Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dazu muss sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen will“, so der Gewerkschafter. Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. „Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal“, so Steilen. Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Koblenz zu Jahresbeginn lediglich 218 Planstellen besetzt.

(RED)

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.