Konsumrausch killt Klima

Trier. Am 29. November wird wieder zum globalen Klimastreik aufgerufen. Doch nicht nur die Politik ist gefordert. Auch unsere bequeme Wegwerfgesellschaft steht mit am Pranger. Denn jeder Einzelne kann durch sein Konsumverhalten seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Das Umweltbundesamt hat soeben mit 18,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll einen neuen Höchststand gemeldet. Pro Kopf und Jahr produzierten die Deutschen im Jahr 2017 horrende 226,5 Kilogramm Verpackungsabfall, knapp die Hälfte davon als private Konsumenten. Mehr als je zuvor. "Wir verbrauchen viel zu viele Verpackungen. Das ist schlecht für die Umwelt und für den Rohstoffverbrauch", urteilt Maria Krautzberger, Präsidentin des Amtes. Die Zahlen wurden jetzt im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung veröffentlicht. Sie steht noch bis 24. November unter dem Motto "Wertschätzen statt wegwerfen".

Radikales Überdenken nötig

Ein radikales Überdenken des eigenen Konsumverhaltens ist also dringend nötig. Shopping ist für viele zur sinnentleerten Freizeitgestaltung geworden. Verlockend verpackter Konsum verursacht aber einen großen Teil der globalen Treibhausgasemissionen. Wer sein eigenes Konsumverhalten ändert, ergreift damit ganz alltägliche Klimaschutzmaßnahmen. Das geht ganz einfach. Zum Beispiel frisch kochen mit Produkten vom regionalen Erzeuger, Kleidung tauschen oder ausbessern, statt sie wegzuwerfen und neue zu kaufen, Dinge teilen statt sie zu besitzen.

"Reparieren statt wegwerfen"

"Reparieren statt wegwerfen": das hat sich auch das Trierer Repair Café auf die Fahnen geschrieben. Hier werden seit Jahren jeden letzten Samstag im Monat viele scheinbar irreparable Stücke aus den Bereichen Elektro-, Fahrradwerkstatt und Kleidung vor dem Wegwerfen bewahrt. Ganz im Sinne der Müllvermeidung. Dafür stehen ehrenamtliche Reparateure mit Expertise zur Verfügung. Das Repair Café im November ist wiederum Teil des Programms der "Make Smthng Week", die vom 29. November bis 6. Dezember stattfindet und in Trier von "Parents for Future" organisiert wird. Die "Make Smthng Week" ist eine internationale Bewegung des Selbermachens, die mit einer positiven Botschaft Alternativen zum Konsum und dessen Auswirkungen auf das Klima aufzeigt. Die "Make Smthng Week" startet zu einem Höhepunkt des Konsumrauschs: Sie beginnt am "Black Friday" (29. November) zum Start der Weihnachtseinkauf-Saison.

Klima-Back-Werkstatt und Waldbaden

In der Region Trier finden in diesem Rahmen zum Beispiel eine Klima-Back-Werkstatt (29. November) und Waldbaden (30.11.) in Gusterath, "Von Kind zu Kind: Kilian erklärt den Klimawandel" (1. Dezember, Trier) und "Plastik im Ozean und plastikfreie Alternativen" (3.12., Trier) statt. Eine aktuelle Liste der Veranstaltungen gibt es bei "Parents for future Trier" auf Facebbok: @p4ftrier.

Repair-Café

  • Ehrenamtliche Experten reparieren mit den Besuchern gemeinsam kaputte Dinge  
  • Nächster und letzter Termin dieses Jahr: Samstag, 30. November, 11 bis 15 Uhr 
  • Mergener Hof, Rindertanzstraße 4 
  • Weitere Helfer willkommen 
  • Mehr Infos und Kontakt unter: repaircafe-trier.de

Globaler Klima-Streik

  • Fridays for Future ruft zum vierten globalen Klimastreik auf
  • Termin: Freitag, 29. November, 10 Uhr, Porta Nigra
  • Protestiert wird hierzulande insbesondere gegen das als unzureichend beurteilte "Klimapaket" der Bunderegierung
  • Motto: #NeustartKlima 

CN

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