Medizinerin gewinnt ersten Gründerinnenpreis der Region

Trier. Selbstständig ist die Frau: Unter diesem Motto hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) im Frühjahr den ersten Gründerinnenpreis der Region Trier ausgelobt. 16 Bewerbungen gingen damals ein, nun steht die Siegerin fest: Dr. Enise Lauterbach überzeugte die Jury mit einer digitalen App, die die Kommunikation unter Medizinern revolutionieren soll.

Bis 2018 hat die 44-jährige Fachärztin für Innere Medizin, Kardiologie und Rhythmologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier gearbeitet, dann baute sie hier die ambulante kardiologische Rehabilitation "ZAR Nanz medico" mit auf. "Dabei war ich immer wieder mit Problemen konfrontiert, die wir unbedingt lösen müssen, die mich teilweise richtig wütend gemacht haben – aber nichts tat sich", berichtet sie. Dazu zählt sie die Kommunikation zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Patientenbefunde müssten ständig ausgetauscht werden, doch oft sei niemand erreichbar, sei es wegen besetzter Leitungen oder der Abwesenheit wegen Notfalleinsätzen oder Operationen. Dabei dränge für die Patienten die Zeit.  Ihre Lösung: ein Ärzte-Messenger. Also eine Software, über die die Mediziner Röntgen- und CT-Befunde, Ultraschallbilder, Herzkatheterfilme und so weiter übermitteln und sich darüber austauschen können. Daher auch der Name ihrer digitalen Lösung: Consil!um (eine Beratung mehrerer Ärzte über einen Krankheitsfall).

Frauen gründen strukturierter und nachhaltiger

Ihren mit 1000 Euro dotierten Preis hat Lauterbach im Rahmen des Gründerinnenfests im IHK-Tagungszentrum erhalten. Überreicht haben ihn die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Daniela Schmitt sowie Karin Kaltenkirchen, IHK-Vizepräsidentin und Unternehmerin. Kaltenkirchen sprach beim Fest die Rahmenbedingunen an, die in der Region Trier vorherrschen. "Nur ein Drittel der Gründungen in der Region erfolgen durch Frauen", sagt sie. Dabei, und da waren sich alle an diesem Vormittag einig, gründen Frauen oft strukturierter und nachhaltiger als Männer. Tolle Ideen gebe es auch ganz viele. "Diese scheitern aber häufig an den Rahmenbedingungen." Ob Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder bei Steuerentlastungen. "Hier kann noch viel getan werden.

Weitere Preise für "Füll mal" und "Organsierte Freizeitgestaltung"

Weil die Qualität der eingereichten Bewerbungen die Jury nach eigenen Worten "völlig überrascht hat", hat die Jury noch zwei weitere Preise verliehen.  Einkaufen wie früher – auf dem Wochenmarkt, regional, bio, ohne Verpackungsmüll – und doch ganz modern: Das ermöglicht Jessica Thijs mit "Füll mal". Sie ist (soweit sie weiß) die Erste in Deutschland, die mit einem mobilen Unverpacktladen unterwegs ist. Die Ware gibt’s also lose und wird in Behälter gefüllt, die Kunden mitbringen.

Anderen Menschen zu helfen und ihnen mehr Lebensfreude zu geben, das ist das Ziel von Annemie Munzel. Ihr geht es vor allem um die Gesellschaft, das Miteinander. Die 68-Jährige wird sozusagen zur Event-Managerin, um insbesondere alleinstehende Menschen zusammenzubringen. "Organisierte Freizeitgestaltung" heißt ihre Geschäftsidee. Gemeinsame Ausflüge, Konzertbesuche, Wanderungen, Kaffeekränzchen, all das will sie für die Menschen im Raum Bitburg – Wittlich – Trier auf die Beine stellen.

RED
 

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