2 Kommentare

Stimmen zum Rücktritt von Dezernent Thomas Schmitt

"Unbedachter Fehltritt" - "Unsolidarischer Akt"

Trier. Zum Rücktritt des Ordnungsdezernenten Thomas Schmitt (CDU) erreichten uns folgende Stellungnahmen von CDU und SPD.

CDU: Unbedachter Fehltritt - Rücktritt zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Größe

Auf eigenen Wunsch erklärte Thomas Schmitt heute seinen Rücktritt als Dezernent der Stadt Trier für Kultur, Tourismus, Recht, Sicherheit und Ordnung. Seine Entscheidung begründete er mit dem Eingeständnis eines persönlichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit einem Vorfall im Impfzentrum Trier.

"Thomas Schmitt hat sich einen unbedachten Fehltritt geleistet und daraus selbst die Konsequenzen gezogen", bewertet Thorsten Wollscheid, Kreisvorsitzender der CDU Trier, die Entscheidung, "Dieser Schritt, den wir natürlich respektieren, zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Größe"

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017 leistete Thomas Schmitt eine hervorragende Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier. Wir hätten uns gewünscht, dass er sein Wirken insbesondere im Bereich Kultur, den er in der größten Krise des Trierer Theaters übernahm, aber auch die Einleitung der entscheidenden Schritte zum Neubau der Hauptfeuerwache, weiterhin fortführen würde. Sein Krisenmanagement der Corona-Pandemie als zuständiger Ordnungsdezernent hat Trier bislang gut durch herausfordernde Zeiten kommen lassen. Auf eigenen Wunsch entschied er sich nun, seine Ämter niederzulegen, was die CDU Trier sehr bedauert.

Benjamin Judith, Kreissprecher der CDU Trier

 

SPD: Unsolidarischer Akt - Rücktritt wirkt vertrauensbildend und wendet Schaden ab

Die Trierer SPD Fraktion ist überrascht von der Nachricht des heutigen Rücktritts des Dezernenten Thomas Schmitt und die Beweggründe, die ihn zu diesem Schritt bewegten.

Eine Impfung außerhalb der offiziellen Reihenfolge ist angesichts der aktuellen Situation ein unsolidarischer Akt, der auch Zweifel an Vertrauen in künftige Arbeit immer wieder aufkommen lassen könnte. Es ist daher folgerichtig, dass Thomas Schmitt hier die Konsequenzen gezogen hat und zurücktritt. Dies erkennen wir an und zollen ihm für diese Konsequenz und sein persönliches Handeln großen Respekt, da er so vertrauensbildend für die von ihm vertretenen Institutionen der Stadt sowie der Politik wirkt und Schaden abwendet. Seine Arbeit für die Stadt Trier haben wir sehr geschätzt. Hier reißt sein Abtreten eine deutliche Lücke. Wir wünschen Thomas Schmitt persönlich alles Gute für seine Zukunft und danken für die bis dato immer von Vertrauen geprägte wie menschlich bereichernde Zusammenarbeit.

Pressestatement der SPD Stadtratsfraktion

 

 

Artikel kommentieren

Kommentar von Klaus Lieser
Schmitt wurde mit dem reibungslosen Ablauf der Impfungen beauftragt. Wenn Impfdosen tatsächlich übrig bleiben (womit man doch hätte rechnen können...) liegt es einfach nur an mangelnder Organisation. Und wie wollen Sie einem Bürger, der älter und kränker ist, erklären, dass ein jüngerer, offensichtlich gesunder, privatversicherter Beamter sich hier vordrängelt aufgrund seiner eigenen, nicht zu Ende geplanten Impforganisation hier offensichtlich das entgegengebrachte Vertrauen eigennützig missbraucht hat? Nein, die Impfdosen hätten nicht weggeschüttet werden müssen - ich kenne persönlich mehrere ältere Trierer, die man durchaus als Risikogruppe einstufen kann, die sich Tag und Nacht bereit halten würden um sofort zur Impfung anzutreten. Wie ein Kapitän, der das sinkende Schiff als Letzter zu verlassen hat, wird er sich von nun an vollinhaltlich korrekt als Impfdrängler rufen lassen müssen.
Kommentar von Günther Biewer
Ich persönlich finde den Rücktritt falsch. Hier wurde meines Erachtens kein Fehler begangen. Der Fehler ist und wäre eine vorhandene Impfdosis zu verwerfen. Herr Schmitt war sicherlich nicht regelmäßig vor Ort in der Hoffnung eine übrig gebliebene Dosis zu bekommen. Alle Möglichkeiten einer priorisierten Impfung wurden laut Angaben ausgeschöpft. Ich kann hier kein Fehlverhalten erkennen.