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Tierischer Liebesrausch gefährdet Straßenverkehr

Trier. Von Ende Juli bis Anfang August erreicht die Paarungszeit des Rehwildes ihren Zenit. "Blind vor Liebe" überqueren die Tiere Straßen und Wege. Das Liebesspiel der Tiere fordert jetzt erhöhte Achtsamkeit von Verkehrsteilnehmern. Es besteht akute Gefahr durch Wildunfälle.

Liebestolle Rehe verlieren während der sogenannten Blattzeit – der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes – häufig den Blick für die ihnen drohenden Gefahren. Rehböcke überqueren auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und unwillkommenen Konkurrenten scheinbar achtlos Straßen und bringen damit Verkehrsteilnehmer in Gefahr. Rund 25.000 Wildunfälle ereigneten sich in Rheinland-Pfalz im Jahr 2017. Im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren um 8,77 Prozent an. Rund 10.000 Rehe fanden im 2016/2017 den Tod auf rheinland-pfälzischen Straßen. Keine andere Wildart kommt so oft unter die Räder.

Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich

In der Regel sind die Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich. Während der Blattzeit muss aber auch zur Tageszeit mit Wildtieren auf der Straße gerechnet werden. Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten Wildunfälle selbst vermeiden. Eine den Gegebenheiten angepasste Geschwindigkeit ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 100 statt mit 80 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter längeren Bremsweg.

Richtiges Verhalten im Falle eines Unfalles

Lässt sich eine Kollision trotz aller Vorsicht nicht vermeiden, sollten Fahrzeugführer das Lenkrad gerade halten und nicht versuchen auszuweichen – die Folgen eines solchen Manövers könnten noch verheerender sein. Ist es zum Crash mit einem Wildtier gekommen, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle absichern und umgehend die Polizei und gegebenenfalls den zuständigen Jäger informieren. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto "eingepackt" werden, denn das wäre Jagdwilderei. Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall gibt es hier.

Hintergrund

Wer nicht gerade ein Fahrzeug lenken muss, hat jetzt gute Chancen, Rehe beim Liebesspiel zu beobachten. Dabei hinterlassen verliebte Rehe auf Wiesen und Feldern sogenannte Hexenringe, die durch das kreisförmige hinterherlaufen der Rehe entstehen. Der jagdliche Ausdruck "Blattzeit" leitet sich aus der Tradition ab, mit Hilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehes zu imitieren und somit brunftige Böcke anzulocken.

RED

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