XXL-Pfarreien: Rom stoppt Pläne des Bistums Trier

Trier. Im Rahmen der Strukturreform sollten die ursprünglich knapp 900 Pfarreien im Bistum Trier zu 35 XXL-Pfarreien zusammengelegt werden (wir berichteten). Die ersten 15 Riesenpfarreien sollten zum 1. Januar 2020 geschaffen werden. Daraus wird allerdings erst mal nichts. Der Vatikan hat die Pläne des Bistums vorerst gestoppt.

Am 21. November hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann die Nachricht erhalten, dass die römische Kleruskongregation entschieden hat, den Vollzug des "Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode" auszusetzen, damit der Päpstliche Rat eine sorgfältige Durchsicht und Prüfung des Gesetzes vornehmen kann. Auslöser war die Beschwerde einer Priestergemeinschaft bei der Kleruskongregation. Zudem liegt dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte der Antrag einiger Gläubiger aus dem Bistum vor, die Übereinstimmung des Umsetzungsgesetzes mit dem universalen Kirchenrecht zu prüfen.

"Bischof Ackermann wird nun wie von der Kongregation erbeten Stellung nehmen zu der Beschwerde, die die Priestergemeinschaft 'Unio Apostolica' eingereicht hat. Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg wird zusammen mit den Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat prüfen, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs hat und welche Maßnahmen nötig sind", schreibt das Bistum in einer Mitteilung. Weiter heißt es, die für das Wochenende geplanten Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei ausgesetzt werden, weil deren Durchführung gegen die verfügte Aussetzung verstoßen würde. Gewählt werden sollte in Neuwied (Freitag), Völklingen und St. Wendel (Samstag) und Idar-Oberstein (Sonntag). "Zu allen weiteren Konsequenzen und Maßnahmen läuft die Prüfung; Informationen dazu erfolgen Anfang der kommenden Woche", so das Bistum. 
 
Für die Seelsorge vor Ort hat das Schreiben aus Rom laut dem Bistum keine direkten Auswirkungen. Die Mitarbeiter des Bistums sollen informiert werden.

Hintergrund

Nach Ende der Synode hat die Diözese am 1. Mai 2016 eine Strukturreform verabschiedet. Die damals noch etwa 900 Pfarreien sind zu 60 Großpfarreien zusammengelegt worden. Das Bistum Trier präsentierte am 24. März 2017 einen Entwurf, der 35 XXL-Pfarreien vorsieht. Die Reform sollte bereits zum 1. Januar 2020 die ersten 15 Riesenpfarreien schaffen, die restlichen 20 sollten im Jahr darauf folgen.

RED/SP

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.