20.000 Euro für die Konzer-Doktor-Wohnbrücke

Volksbank Trier unterstützt soziales Wohnprojekt in Konz

Konz. Am 23. Januar 2018 stimmte der Konzer Stadtrat einstimmig für die Zustiftung eines in der Saarstraße gelegenen städtischen Grundstückes, auf dem das soziale und dabei generationenübergreifende Wohnprojekt Konzer-Doktor-Wohnbrücke (KDW) der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung (KoDoBüSt) umgesetzt werden sollte. Noch im selben Jahr fand am 5. November die Grundsteinlegung pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum der Stiftung statt. Zeitgleich startete ein Steinspendenmarathon zur finanziellen Unterstützung des Projekts. Im Zuge dessen setzte die Volksbank Trier einen Impuls und versprach die Verdoppelung der ersten 2000 aus der Bürgerschaft gespendeten Steine. Alfons Jochem, Vorstand der Volksbank Trier, überreichte nun wenige Wochen nach Beendigung der Spendenaktion den symbolischen Spendenscheck in Höhe von 20.000 Euro an die KoDoBüSt.

"Wir sind als Konzer-Doktor-Bürgerstiftung die erste Bürgerstiftung deutschlandweit, die ein solches Wohnprojekt der sozialen Wohnraumförderung umgesetzt hat. Die von uns geschaffene Wohnbrücke verfolgt den Zweck, Menschen unterschiedlichen Alters zusammenzuführen", sagte Stiftungsvorsitzender Hartmut Schwiering. Dem Verein komme es darauf an, Menschen mit geringem Einkommen eine schöne Heimstatt zu bieten, erklärte Schwiering. Gleichzeitig habe man vor dem Hintergrund einer "Nullzinsrendite" das Stiftungsvermögen (circa 500.000 Euro) in der Wohnbrücke angelegt."Wir werden in Zukunft aus den Mieteinnahmen und Förderungen der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz eine Rendite erwirtschaften, die es uns erlaubt, unsere Projekte aus eigener Initiative mitfinanzieren zu können", so Schwiering weiter.

Bürger machen mit

Die KoDoBüSt konnte dabei bisher immer auf die Unterstützung der Konzer Bürger setzen. Außerdem machten regionale Medien - darunter auch der WochenSpiegel - regelmäßig auf die Spendenaktion aufmerksam. Am Ende des Steinspendenmarathons kamen so 42.880 Euro zusammen, die nun mit Hilfe der Volksbank auf 63.000 Euro anwachsen. Die hohe Spendenbereitschaft steht dabei symbolisch für den Rückhalt des Projekts in der Bevölkerung. So sind auf den Stiftungs- sowie auf dem eigens eingerichteten Steinspendenkonto insgesame 235 Eingänge registriert worden. Hinzu kommt eine Vielzahl an anonymen Spendern, die auf unterschiedlichen Veranstaltungen Spendencoupons zu je 10 Euro erworben haben.

Volksbank Trier unterstützt Projekt

"Wir haben uns hier sehr gerne engagiert, weil wir zum einen die handelnden Personen des Projektes kennen und wissen, welches Engagement und Kompetenz sie in dieses Projekt einbringen", erklärte Volksbank-Vorstand Alfons Jochem die Beweggründe seines Hauses zur Unterstützung der Wohnbrücke. Außerdem spiele der soziale Aspekt eine Rolle, so Jochem weiter. So wolle man  helfen, die Situation auf dem Konzer Wohnungsmarkt "etwas zu verbessern". Die Konzer-Doktor-Wohnbrücke sei ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit verschiedener Einrichtungen und Institutionen zum Wohle der Gemeinschaft.

Jung und Alt unter einem Dach

Die Wohnbrücke ist von Anfang an als generationsübergreifendes Projekt gestaltet und umgesetzt worden. Angefangen vom Zuschnitt der Wohnungen bis hin zur Auswahl der Mieter. Letztere bilden im Haus eine wirkliche Solidargemeinschaft, auch wenn die Corona-Pandemie momentan vieles erschwert. Ganz oben wohn Thekla Bidinger, die viel Zeit mit Kristina Blitzil verbringt, die eine Etage tiefer wohnt. "Kristina hilft mir sehr viel, wir sind viel zusammen", sagt sie. Thekla Bidinger bedauert, dass durch Corona das Sommerfest nicht stattfinden konnte. "Ich habe bisher noch nicht den riesen Kontakt", sagt die 66-Jährige. "Es kommt aber bestimmt wieder, dass wir uns alle zusammen unten hinsetzen und uns alle richtig kennenlernen." Mit dem Einzug junger Familien sind auch Kinder mit ins Haus gekommen, ein Umstand, den auch Bewohner Hans-Jürgen Kemter zu schätzen weiß. Der 76-Jährige gehört zu den ersten Mietern des Hauses, die am 1. April die Immobilie bezogen haben. Nicht nur er will im Haus unterstützt werden, vielmehr greift er auch anderen unter die Arme, wenn mal Not am Mann ist. Alle wissen die hochwertige Ausstattung des Hauses zu schätzen. Nicht nur sind die Fußböden im Treppenhaus mit Granit ausgelegt, auch in den Wohnungen wurde Wert auf Qualität gelegt. Denn warum sollten Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben und ihr neues Wohnumfeld zu schätzen wissen, schlechter wohnen als reichere? Die Antwort auf diese Frage hat die KoDoBüSt mit ihrer Wohnbrücke gegeben.

"Natürlich hoffen wir, dass wir mit der Wohnbrücke auch beispielgebend für die ganze Region sind. Wir haben bewiesen, dass auch eine kleine, von Ehrenamtlichen geleitete Stiftung ein solches Wohnprojekt rentabel und im Interesse der Menschen der Region umsetzen kann", resümiert Stiftungsvorsitzender Hartmut Schwiering.

(JK)

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