Pokal in Schweich: Vier Tore, zwei Platzverweise, SVE weiter

Regionalligist aber zwischenzeitlich von der Rolle

Schweich. Das wäre fast ins Auge gegangen! Die Trierer Eintracht hat am Mittwoch Abend das Achtelfinale um den Fußball-Rheinlandpokal erreicht. Beim zwei Klassen tiefer angesiedelten Rheinlandligisten TuS Mosella Schweich gewann das Team von Trainer Peter Rubeck mit 3:1 und tritt nun in der nächsten Runde beim Bezirksligisten SG Neumagen-Dhron/Trittenheim an. Den grundsätzlichen Spieltermin am 14. Oktober wird man indes nicht einhalten können, da der SVE zwei Tage vorher in der Regionalliga Südwest gegen Kickers Offenbach ran muss.

Am Schweicher Winzerkeller stellte die Eintracht früh die Weichen auf Sieg - und führte nach zwölf Minuten bereits mit 2:0. In der fünften Minuten spritzte Benedikt Koep in einen zu kurzen Rückpass von Christoph Madert und überwand Mosella-Keeper Marcel Simon zum 0:1. Sieben Minuten später vollendete Patrick Lienhard eine über die rechte Seite von Matti Fiedler eingeleitete Aktion; über Koep kam der Ball zum vollendenden Lienhard. Die Eintracht hielt vier Tage nach dem äußerst bitteren 2:3 im Regionalliga-Derby gegen den 1. FC Saarbrücken - in der Schlussphase gab man noch den Sieg aus der Hand - das Tempo hoch und spielte zunächst weitestgehend konzentriert. In der 23. Minute fast das 0:3; Thomas Schleimer konnte aber nach Lienhards Schuss auf der Torlinie klären. Bei allen Bemühungen der Mosella - vor dem Trierer Tor wurde es in der ersten Hälfte nur selten gefährlich. Dazu bedurfte es in der 25. Minute schon des Dazutuns des Favoriten aus Trier - Keeper Chris Keilmann ließ sich in einen Pressschlag mit Alex Schabo verwickeln, Matti Fiedler rettete aber dann. Aufregung vor dem Schweicher Tor in der 33. Minute: Nachdem Julian Bidon von links geflankt und Schlussmann Simon pariert hatte, kam es zu einem kurzen Wortgefecht zwischen Lienhard und Torwart Simon, ein beleidigendes Wort ("Du Idiot") fiel. Das wiederum ahndete der Unparteiische mit der roten Karte für den Eintrachtler. Vor der Pause kam die von Peter Rubeck trainierte Mannschaft mit der Porta auf der Brust noch zwei Mal gefährlich in Tornähe; Bidon bekam aber in der 40. Minute den Ball nicht unter Kontrolle. Dann scheiterte Robin Garnier mit einem Schuss aus der zweiten Reihe (45.+1). Die Mosella kam forsch aus der Kabine. Wenige Sekunden waren erst absolviert, da hätte Marc Pitsch den etwas zu weit vor seinem Kasten postierten Keilmann fast überrascht.

Keilmann rettet in höchster Not

Dann musste der Trierer Keeper nach Philipp Seebergers Kopfball aus kurzer Distanz per Fuß retten. In der 53. Minute knallte Stefan Schleimer den Ball ans Lattenkreuz, Augenblicke danach jubelten die Schweicher bereits, Keilmann hatte nach Ansicht des Unparteiischen aus kurzer Distanz gegen Maximilian Gäbler aber noch vor der Linie gerettet (54.). In der 61. Minute war es dann so weit: Philipp Seeberger düpierte Mario Müller im Strafraum und schloss dann ins lange Eck ab - 1:2! Auf der Gegenseite brachte es Torge Hollmann nicht fertig, aus kurzer Distanz den Ball über die Linie zu drücken. Es ging Schlag auf Schlag: In der 62. Minute sah der Schweicher Alex Schabo rot - auch diesmal war es die Beleidigung eines Gegenspielers. Auch in Gleichzahl gab die Mosella Gas; in der 82. Minute zwang Oltmanns per Kopf Keilmann zu einer Glanzparade. Der SVE machte erst in der Nachspielzeit den Sack zu. Daniel Hammel setzte sich über die rechte Seite flott durch und bediente Koep, der mit seinem zweiten Treffer den Endstand herstellte.

Das sagen die Trainer

"In der zweiten Halbzeit haben wir teilweise überheblich gespielt und hatten Glück, nicht den Ausgleich zu kassieren. Wir wurden in der Vergangenheit immer gelobt. Aber wenn man im Fußball weniger arbeitet, wird man sofort bestraft", urteilte Eintracht-Coach Rubeck. Sein Schweicher Pendant Dirk Fengler sagte: "Wir haben die letzten drei Punktspiele null Punkte und 1:14-Tore erzielt. Ganz ehrlich: Ich hatte auch ein bisschen Angst davor, was uns hier und heute erwartet. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Viele haben noch in der vergangenen Saison in der A-Jugend gespielt. Wenn man die Sachen, die im Fußball wichtig sind, umsetzt, wie kämpfen und Einsatz zeigen, kann man es vielen Gegner sehr schwer machen. Der Vorsitzende des TuS Mosella Schweich, Bernd Münchgesang, war nicht nur mit dem couragierten Auftritt der eigenen Mannschaft zufrieden, sondern zeigt sich auch voll des Lobes über den reibungslosen Verlauf. Allein knapp 100 Helfer aus den eigenen Reihen hatten den Pokalabend am Winzerkeller organisatorisch und sicher auch wirtschaftlich für den Verein zu einer gelungenen Angelegenheit werden lassen. AA

Statistik:

TuS Mosella Schweich: Simon - Frick (78. Flesch), Hoffmann, Madert (69. Quary), Gäbler - Seeberger, Pitsch, T. Schleimer (84. Fußangel), Schabo - Oltmanns, S. Schleimer Eintracht Trier: Keilmann - Hollmann, Fiedler, Laux, Müller (90.+1. Buchner) - Bidon (90. Hammel), Spang, Telch, Garnier (66. Dingels) - Lienhard - Koep Tore: 0:1 Koep (5.), 0:2 Lienhard (12.), 1:2 Seeberger (61.), 1:3 Koep (90.+1.) Schiedsrichter: Mario Schmidt (Daun) Zuschauer: 1050

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